Eine wunderbare „Ferienspiele“ – Woche erlebten 22 Kinder zu Beginn der Ferien in Schloßau und Umgebung.
Schon vor acht Uhr klangen erste Kinderstimmen vom Sportheim des FC Schloßau herüber. Es diente als „Basislager“ und Ausgangspunkt für dieses große Projekt, mit dem der Verein „Bürgergemeinschaft Schloßau/Waldauerbach e.V.“ versuchen wollte, berufstätige Eltern bei der Kinderbetreuung in der langen Ferienzeit zu entlasten. Das ist ihm richtig gut gelungen!
Die Anregung dazu kam von Vorstandmitglied Iris Enders und wurde vom Vorstand des Vereins gerne aufgegriffen – mit einer gewissen Skepsis zwar, doch eine Umfrage an der Grundschule ergab, dass da durchaus Bedarf bestand. Nachdem die Initiatorin dann mehrere engagierte und gut vernetzte Mitglieder für die Planung und Vorbereitung gewinnen konnte, wurde das Projekt konkret. Das Programm, das in der Folge nach und nach entstand, konnte sich sehen lassen! Dabei wurden die Kinder von einem Team von verantwortungsvollen ehrenamtlichen Betreuern begleitet: Nadine Balles, Katrin Fleischmann, Felix Grimm und Tim Schneider hatten stets ein Auge auf die Kinder. Am ersten Tag sollte das Kennenlernen im Vordergrund stehen. Alles spielte sich im und am Sportheim ab, lustige Spiele im Kreis (Sofie Klopsch), Naturwebrahmen (Petra Dengler), Nagelbilder (Vanessa Müller), malen mit Filzstiften und mit Kreide, Fußball und immer wieder Fahren mit den Fahrzeugen, die von der Schule ausgeliehen werden konnten, das ließ keine Langeweile aufkommen. Dazu die gute Verpflegung, frisch gekocht von Iris Enders mit Unterstützung von Claudia Nawotka und Christina Grimm, da blieben keine Wünsche offen! Doch dauernd nur spielen ist irgendwann doch langweilig, deshalb war ab dem zweiten Tag ein anspruchsvolles Programm angesagt: Beim Besuch der Bäckerei Münkel erklärte Inhaber René Wieczorek, wozu die verschiedenen Maschinen in der Backstube gebraucht werden und dass er gerade mitten im Umbau steckt. Man spürte die Begeisterung fürs Bäckerhandwerk! Dann durften die Kinder selbst Hand anlegen: Eifrig formten sie Brezeln, Zöpfe und Knoten, bestrichen und verzierten sie, bis das Backwerk schließlich in den Ofen geschoben werden konnte. Ein anderer Programmpunkt war die Salbenherstellung bei Sigi Wünst. Die Kinder lernten, dass Spitzwegerich frisch angewendet oder als Salbe ein gutes Mittel bei Insektenstichen ist, dass es viele Blüten gibt, die nicht nur hübsch aussehen, sondern auch gut schmecken, und dass selbst die eher ungeliebte Brennnessel ihren Sinn hat, sogar gegessen werden kann. Aufmerksam hörten die Kinder zu und suchten anschließend Kräuter und Blumen, die danach weiterverarbeitet wurden. Eine Schnipseljagd, organisiert von Klaus-Dieter Klopsch, führte auf den Spuren des Räubers Hölzerlips von Pfeil zu Pfeil durch den Wald bis zu einem versteckten Schatz. Beim Besuch der Fa. Imkereitechnik Wagner in Mudau, zu dem Annette Allgaier (Edwin Grimm Busbetrieb) eigens einen Bustransfer bereitstellte, erfuhren die Kinder an einem Schaukasten allerlei Wissenswertes über Bienen und durften die Wachsplattenherstellung und das Schleudern von Honig aus Waben erleben. Konzentriert und mit großer Freude gestaltete außerdem jedes Kind eine hübsche Biene aus Holz als Andenken. Ein weiterer großer Programmpunkt waren Fahrt bzw. Wanderung zur Schneidershecke – ein Teil der Gruppe gelangten mit Joachim und Anna Lena Scholl in der Pferdekutsche ans Ziel, während die anderen den Weg zu Fuß bewältigten. Auf dem Rückweg ging es natürlich umgekehrt! Wer nun meint, die Kinder müssten nach dem langen Weg müde gewesen sein, der irrt sich, denn sowohl im Wald als auch später am Sportplatz konnte man keine erschöpften Kinder entdecken. Da wurde gebaut, gerannt, gespielt, geklettert – natürlich auch gegessen, denn das alles macht hungrig und was gibt es da Besseres, als ein Picknick im Wald? Am letzten Tag stiegen alle schon früh in einen großen Bus (Gernot Grimm, GGV Mudau) und fuhren mit Wolfgang Grimm nach Preunschen. Von dort ging es zu Fuß weiter zur Wildenburg, wo der Geoparkranger Bernd Fischer schon auf die Gruppe wartete. Er kennt sich sehr gut aus auf der Wildenburg und konnte deshalb anschaulich erklären, wer die Burg einst bauen ließ, was Steinmetzzeichen sind, wo die Ritter wohnten, wie man das große Tor verschloss, wie man in den Turm, den Bergfried kam, wo gefeiert wurde und wo die Ritter aufs Klo gingen. Die Kinder hörten gut zu und stellten viele kluge Fragen. Das alles macht hungrig, deshalb gab es danach in der Smart-Station oberhalb der Burg Essen, das OV Tanja Schneider gebracht hatte, und die Kinder machten auch nochmal ausgiebig von den Klettermöglichkeiten Gebrauch. Dann ging es an den steilen Abstieg Richtung Buch und der Bus brachte die inzwischen doch etwas müder gewordenen Kinder zurück zum Sportheim. Ein letztes Mal mit den Fahrzeugen über den Parkplatz jagen, eine letzte Partie Wikingerschach, dann kamen auch schon die Eltern und eine fröhliche, abwechslungsreiche Ferienspielewoche ging zu Ende.
Dem Verein Bürgergemeinschaft Schloßau/Waldauerbach e.V. ist es ein großes Anliegen, dem FC Schloßau für die Bereitstellung des Sportheims samt Außengelände und allen Beteiligten ganz herzlich für die ehrenamtliche Mit- und Zusammenarbeit und das Sponsoring (Bürgerstiftung Mudau, Sparkasse Neckartal, Herbert Münkel) zu danken! Nur durch das Zusammenwirken so vieler verschiedener Menschen konnte die Ferienwoche realisiert werden! Vielleicht bewahrheitet sich hier der nigerianische Spruch: „Um ein Kind großzuziehen braucht es ein ganzes Dorf“? Zufriedene Gesichter überall zeigten, dass das Projekt ein voller Erfolg war.
